Ich weiß, wie sich Entscheidungen unter Ungewissheit anfühlen.
Als ich nach Deutschland kam, war ich 24 Jahre alt, im sechsten Monat schwanger und sprach kein Deutsch. Ich kam aus Belarus. Die ersten Wochen verbrachte ich in einer Erstaufnahmeeinrichtung.
Meine Entscheidung war klar: Mein Sohn sollte gesund zur Welt kommen und in einem demokratischen Land aufwachsen. Sicher war damals fast nichts. Ich wusste nicht, wie schnell ich die Sprache lernen würde, wie ich beruflich wieder Fuß fassen könnte oder wie viel Kraft dieser Weg kosten würde.
Was mir geholfen hat, war nicht nur Hoffnung. Es war auch der nüchterne Blick auf das, was möglich war: Welche Chancen gibt es? Welche Risiken sind real? Was kann ich tragen – und was nicht?
Dieser Blick begleitet mich bis heute.
Entscheidungen werden selten unter perfekten Bedingungen getroffen. Man hat nie alle Informationen. Man spürt Risiken, die noch nicht sauber benannt sind. Manchmal ist das Gefühl schneller als die Rechnung – manchmal ist die Rechnung klarer als das Gefühl.
Als mein Sohn ein Jahr alt war, begann ich Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Später habe ich als Diplom-Kauffrau über zwanzig Jahre in deutschen Industrieunternehmen gearbeitet – vom Automobilzulieferer über den Anlagenbau bis zur Halbleiter- und Biotechnologie. Im Controlling habe ich gelernt, von der kleinsten operativen Zahl bis zur strategischen Gesamtsicht zu denken.
Ich habe Unternehmen aus vielen Perspektiven gesehen: Produktion, Einkauf, Vertrieb, Forschung und Entwicklung, Projektabwicklung, Logistik. Überall ging es am Ende um dieselbe Aufgabe: Fakten und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge so einzuordnen, dass daraus tragfähige Entscheidungen werden.
In großen Unternehmen gibt es für diese Fragen ganze Abteilungen. Dort wird gerechnet, geprüft, geplant, berichtet und hinterfragt. Aber auch dort habe ich gelernt: Zahlen sprechen nicht von allein. Sie müssen in Zusammenhang gebracht und verstanden werden.
Eine Zahl kann korrekt sein – und trotzdem zur falschen Entscheidung führen, wenn die Annahmen dahinter nicht stimmen. Ein Risiko kann sich groß anfühlen – und sich bei genauer Betrachtung als überschaubar zeigen. Oder umgekehrt. Genau an dieser Stelle wird Controlling für mich wirksam: nicht als Berichtswesen, sondern als Grundlage für bewusstes Handeln.
Heute bringe ich diese Sicht in Unternehmen ein, die keine eigene Controllingfunktion haben – aber trotzdem Entscheidungen treffen müssen, die wirtschaftlich tragen.
Ich arbeite gern dort, wo Entscheidungen nicht einfach sind – aber klarer werden können. Nicht, weil jede Unsicherheit verschwindet. Sondern weil man besser entscheidet, wenn man sieht, worauf man sich stützt.
Wenn Sie vor einer Entscheidung stehen oder einen unabhängigen, ehrlichen Blick auf Ihre Lage gewinnen wollen, lernen wir uns am besten in einem Gespräch kennen.